Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
ellog - Das E-Learning-Logbuch
Herzlich willkommen auf dem E-Learning-Logbuch der TU Dresden!
Wir informieren an dieser Stelle aktuell über E-Learning-Angebote und -Services insbesondere an der TU Dresden. Unser Angebot richtet sich vorrangig an die E-Learning-Akteure der TU Dresden, aber auch an alle E-Learning-Partner an Universitäten, Hochschulen sowie externen Einrichtungen, wie der Bildungsportal Sachsen GmbH.
Posts mit dem Label Interview werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Interview werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 23. August 2018
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule - Praxisbeispiel: Unternehmenskommunikation im Blog erlernen
Im heutigen Post greifen wir das Beispiel von Moritz Hesse auf. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationsmanagement der TU Dresden. In seiner Lehrveranstaltung sollten die Studierenden Blogs für die Unternehmenskommunikation eines fiktiven Unternehmens erstellen.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Donnerstag, 17. Mai 2018
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschullehre - Praxisbeispiel: Studierende erstellen elektronische Übungsaufgaben für Studierende
Im
heutigen Post greifen wir das Beispiel von Ronny Freudenreich
auf. Er ist Mitarbeiter an der Hochschule Zittau/Görlitz und beschäftigt sich mit Fragestellungen zur Ingenieurdidaktik. Im Projekt SPAts am Internationalen Hochschulinstitut Zittau hat er die Erstellung von elektronischen Übungsaufgaben von Studierenden für Studierende betreut.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Donnerstag, 10. Mai 2018
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschullehre - Praxisbeispiel: Studierende erstellen Vorschlagsbewertungen
Im
heutigen Post greifen wir das Beispiel von Heinz-Werner Wollersheim auf. Er ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Leipzig. Die Studierenden geben sich in seinem Seminar gegenseitig Feedback zu den Exposés ihrer Master-Arbeiten.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
Donnerstag, 8. Februar 2018
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule - Praxisbeispiel Studierende erstellen Vorschlagsbewertungen
Im heutigen Post greifen wir das Beispiel von Heinz-Werner Wollersheim auf. Er ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Leipzig. Die Studierenden geben sich in seinem Seminar gegenseitig Feedback zu den Exposés ihrer Master-Arbeiten.
Donnerstag, 11. Januar 2018
Praxisbeispiel: Wir gratulieren Dr. Thomas Reimann und Prof. Dr. Rudolf Liedl zum Lehrpreis 2017
Der diesjährige Hauptpreis des Lehrpreises der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. wurde zum Tag der Lehre im November an Dr. Thomas Reimann und Prof. Dr. Rudolf Liedl für die Umgestaltung ihrer Lehrveranstaltung mit digitaler Unterstützung durch das Lernmanagementsystem OPAL und das Audience-Response-System ARSnova vergeben. In einem Interview stellen die Preisträger ihr Konzept vor.
Donnerstag, 7. Dezember 2017
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule – Praxisbeispiel: OSA Elektrotechnik an der TU Dresden
Im heutigen Post greifen wir das Beispiel Online-Self-Assessment-Tests im
Studiengang Elektrotechnik der TUD auf: Studieninteressierte können im Rahmen
des Pilotprojektes "OSA Elektrotechnik" ihre
Eignung für das Studienfach auf die Probe stellen.
Today we take the example of online self-assessment tests in the electrical engineering course of the TU Dresden: Within the scope of the pilot project "OSA Electrical Engineering" prospective students can put their suitability for the study subject to the test .
Donnerstag, 26. Oktober 2017
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule – Praxisbeispiel: E-Test
Die in
dieser Themenreihe aufgezeigten Praxisbeispiele stellen einzelne
Einsatzszenarien digitaler Medien in sächsischen Hochschulen vor. Lehrende
zeigen hierbei Vorteile auf und gehen auch auf Herausforderungen ein. Im
heutigen Post greifen wir die E-Tests von Herrn Prof. Dr. Seidel (Fachbereich
Mathematik an der Westsächsischen Hochschule Zwickaus) auf. Die von ihm
aufgesetzten elektronischen Tests werden Studierenden für ihr Selbststudium zur
Verfügung gestellt.
The stated examples of good practice show possibilities of implementing digital media in lectures of higher academic institutions in Saxony. Herewith, teachers/research assistants tell about advantages of their experiences as well as difficulties they had to deal with. In today's post office, we are taking up the E-Tests of Prof. Dr. Seidel (department of mathematics at the West Saxon University of Applied Sciences of Zwickau). The e-tests that he sets up are made available to students for their self-study.
The stated examples of good practice show possibilities of implementing digital media in lectures of higher academic institutions in Saxony. Herewith, teachers/research assistants tell about advantages of their experiences as well as difficulties they had to deal with. In today's post office, we are taking up the E-Tests of Prof. Dr. Seidel (department of mathematics at the West Saxon University of Applied Sciences of Zwickau). The e-tests that he sets up are made available to students for their self-study.
Donnerstag, 31. August 2017
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule – Praxisbeispiel: Planspiel
Die Praxisbeispiele stellen einzelne Einsatzszenarien
digitaler Medien in sächsischen Hochschulen vor. Lehrende zeigen hierbei
Vorteile auf und gehen auch auf Herausforderungen ein. Die Kurz-Interviews sind
dem Projekt „Neue Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen.
Projektlaufzeit: 01.09.2015 – 31.12.2016.
The stated examples
of good practice show possibilities of implementing digital media in lectures of
higher academic institutions in Saxony. Herewith, teachers/ research assistants
tell about advantages of their experiences as well as difficulties they had to
deal with. All published interviews are taken from the project „New culture of teachings
and learning for digitalisation of higher academic institutions “. The project
ran form 09/2015 till 12/2016.
Donnerstag, 17. August 2017
Themenreihe Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule – Praxisbeispiel: Erklärvideos
Die
Praxisbeispiele stellen einzelne Einsatzszenarien digitaler Medien in
sächsischen Hochschulen vor. Lehrende zeigen hierbei Vorteile auf und gehen
auch auf Herausforderungen ein. Die Kurz-Interviews sind dem Projekt „Neue
Lehr-Lernkulturen für digitalisierte Hochschulen“ entnommen. Projektlaufzeit:
01.09.2015 – 31.12.2016. Im
heutigen Post möchten wir die Erklärvideos von Linda Heise vorstellen.
The stated examples
of good practice show possibilities of implementing digital media in lectures of
higher academic institutions in Saxony. Herewith, teachers/ research assistants
tell about advantages of their experiences as well as difficulties they had to
deal with. All published interviews are taken from the project „New culture of teachings
and learning for digitalisation of higher academic institutions “. The project
ran form 09/2015 till 12/2016. Today´s post is about the tutorials produced by
Linda Heise.
Montag, 18. August 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 7: Prof. Dr. Thomas Köhler
![]() |
| Prof. Dr. Thomas Köhler vom Institut für Berufspädagogik |
Prof. Dr. Thomas Köhler hat seit 2005 die Professur Bildungstechnologie am Institut für Berufspädagogik der Fakultät Erziehungswissenschaften inne. Darüber hinaus ist er seit mehreren Jahren Direktor des Medienzentrums der TU Dresden und Sprecher des Arbeitskreis „eLearning“ der Landesrektorenschulkonferenz Sachsen.
Labels:
Didaktik,
digitale Medien,
E-Teaching,
E-Teaching.TUD,
Hochschullehre,
Interview,
OPAL,
Praxis,
TU Dresden
Dienstag, 8. Juli 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 6: Dr. Anne Lauber-Rönsberg
![]() |
| Dr. Anne Lauber-Rönsberg vom Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht |
Dr. Anne Lauber-Rönsberg ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht der Juristischen Fakultät der TU Dresden sowie Geschäftsführerin der Forschungsstelle Neue Medien.
Dienstag, 3. Juni 2014
Prüfungsrecht an der TU Dresden - Interview mit unserem Gastreferenten Dr. Michael Beurskens
![]() |
| PD Dr. Michael Beurskens von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
Herr Beurskens, elektronische Prüfungsformate haben in verschiedenen Bereichen rechtlichen Regelungsbedarf. Wie gut sind elektronische Prüfungsformate mit Prüfungsordnungen in der Regel vereinbar?
Da Prüfungen an einer Hochschule in der Regel für die Zulassung zu einem Beruf entscheidend sind, beschränken sie das Grundrecht auf freie Berufswahl. Wer endgültig nicht besteht oder eine schlechte Note erhält wird möglicherweise lebenslang davon abgehalten, seinen Traumberuf auszuwählen. Aus diesem Grund müssen alle „wesentlichen“ Fragen der Prüfung vorher einheitlich und vergleichbar definiert sein, um Klarheit und nachträgliche Überprüfbarkeit zu gewährleisten.
Labels:
digitale Medien,
E-Assessment,
E-Teaching,
E-Teaching.TUD,
Hochschullehre,
Interview,
Recht
Montag, 12. Mai 2014
Datenschutz an der TU Dresden – Interview mit unserem Gastreferenten Jan Hansen
![]() |
| Jan Hansen von der TU Darmstadt |
Jan Hansen ist Geschäftsführer des Hessischen Telemedia Technologie Kompetenz Centers httc e.V. und berät Hessische Hochschulen in Fragen des Urheber- und Datenschutzrechts.
Herr Hansen, erst kürzlich forderte die TU Dresden ihre Studierenden dazu auf, aufgrund der Heartbleed Sicherheitslücke ihre Uni-Login Passwörter zu ändern. Einige Wochen davor warnte das ZIH vor Phishing-Angriffen über eine gefälschte Internetseite, die die Einschreibe- und Notenplattform HISQIS nachahmte. Wie sicher sind personenbezogene Daten von Studierenden und Lehrenden an der Universität?
Sicherheit ist das Ergebnis eines ständigen Wettlaufes zwischen den Hackern und den Sicherheitsingenieuren. Absolute Sicherheit kann es nicht geben. Mal hat die eine Seite die Nase vorne, mal die andere Seite. Das ist kein neues Problem. Es gibt es eine Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe aus dem 19. Jahrhundert über den Wettlauf zwischen den Herstellern von Granaten und den Herstellern von Panzerplatten.
Labels:
digitale Medien,
E-Learning,
E-Teaching,
E-Teaching.TUD,
Hochschullehre,
Interview,
Recht
Donnerstag, 8. Mai 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 5: Prof. Dr. rer. med. Ingo Röder und Philipp Schulze
![]() |
| Prof. Ingo Röder und Philipp Schulze vom Institut für Medizinische Informatik und Biometrie (IMB) |
Professor Dr. Ingo Röder ist seit 2010 Direktor des Instituts für Medizinische Informatik und Biometrie (IMB) an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und Inhaber der Professur für Medizinische Statistik und Biometrie. Im Bereich der Entwicklung und Anwendung von E-Teaching-Verfahren wird er seit 2012 von Philipp Schulze, der als wissenschaftliche Hilfskraft am IMB beschäftigt ist, unterstützt.
Dienstag, 29. April 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 4: Prof. Dr. Stefan Gumhold
![]() |
| Prof. Dr. Stefan Gumhold von der Fakultät für Informatik |
Als Professor für Computergrafik und Visualisierung ist Stefan Gumhold seit nunmehr neun Jahren am Institut für Software- und Multimediatechnik der Fakultät für Informatik tätig. Seit drei Jahren ist auch E-Learning ein fester Bestandteil seiner Lehre.
Labels:
digitale Medien,
E-Assessment,
E-Learning,
E-Teaching,
Hochschullehre,
Interview,
OPAL,
Praxis,
TU Dresden
Dienstag, 22. April 2014
Urheberrecht an der TU Dresden - Interview mit unserem Gastreferenten Dr. Michael Beurskens
![]() |
| PD Dr. Michael Beurskens von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
PD Dr. Michael Beurskens vertritt derzeit einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Neben einem LL.M. im Gewerblichen Rechtsschutz und einen Abschluss der University of Chicago (USA) besitzt er eine Anwaltszulassung im Staat New York. Zusätzlich zum Urheberrecht als eines seiner zentralen Forschungsgebiete ist er auch im Bereich des E-Learning aktiv und wurde hierfür bereits mit dem Hein@ward für eTeaching der HHU ausgezeichnet.
Herr Dr. Beurskens, gefährdet das Internet das geistige Eigentum?
Nein, das Internet macht das geistige Eigentum nur viel offensichtlicher. Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bedeutete „Raubkopieren“ das Brennen von CDs oder das Kopieren von Musikkassetten und deren Austausch in der Kantine, auf dem Schulhof oder in der Skatrunde. Mit jedem technischen Fortschritt wurden immer wieder Gefahren für das Urheberrecht gesehen: Vom Kassettenrekorder, mit dem man Radiosendungen aufzeichnen und so den Kauf der Langspielplatte sparen konnte über den Videorekorder bis hin zum Fotoapparat. Das Urheberrecht hat alle diese vermeintlichen Bedrohungen jedoch überlebt und meist auch gewinnbringend genutzt.
Durch die Digitalisierung und die schnelle Vernetzung von Computern kann jetzt jeder Kopien erstellen, die so gut wie das Original sind, aber auch selbst kreativ eigene Filme, Texte oder Bilder erstellen und diese online veröffentlichen. Gleichzeitig ist es heute so leicht wie nie und damit auch lukrativ, diejenigen zu finden, die Urheberrechte verletzen. Hätte ich früher Stammtische, Kantinen und Schulhöfe beobachten und Wohnungen durchsuchen müssen, genügt es heute, IP-Adressen zu sammeln oder Google zu benutzen und sich die so erhaltenen Informationen bequem durch die Telekommunikationsunternehmen in Namen und Adressen umwandeln zu lassen. Alles Weitere geht dann mit einem Mausklick per Serienbrief und die Abmahngebühren bzw. Schadensersatzzahlungen landen auf dem eigenen Konto. Weil man also die Raubkopierer so leicht findet, wird dies medienwirksam diskutiert. Gleichzeitig meinen heute aber auch viel mehr Menschen, sie seien Schriftsteller, Programmierer, Maler oder Komponisten und sollten Schutz erfahren. Schutz sucht man dann in Lizenzen, die aber zum Teil das Gegenteil von dem erreichen, was man will. Das Urheberrecht bleibt davon unberührt.
Als Jurist muss man schließlich noch sagen, dass man gar nicht so leicht vom Urheberrecht loskäme, selbst wenn man es wollte. Deutschland etwa ist über die EU zur Beibehaltung des grundsätzlichen Schutzsystems verpflichtet. Selbst wenn es gelänge, alle 28 EU-Mitgliedstaaten davon zu überzeugen, dass die Welt ohne Urheberrecht besser wäre, gäbe es immer noch völkerrechtliche Verpflichtungen mit anderen Staaten, die das jetzige System weitgehend fixieren. Und schließlich müsste man auch den Vertrauensschutz in Altfällen und die Gewährleistung von Grundrechten, wie dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und der Eigentumsfreiheit der Autoren irgendwie gewährleisten. Insgesamt eine kaum lösbare Aufgabe.
Können Professoren bedenkenlos wissenschaftliche Texte in Seminaren und Vorlesungen ihren Studierenden zur Verfügung stellen, wie es aktuell Gang und Gäbe ist?
Das Urheberrecht schützt alle „eigenen geistigen Schöpfungen“, aber keine Tatsachen oder völlig trivialen Leistungen. Allein die Verwendung einer Formel oder einer Theorie verletzt daher keine Rechte. Auch simple Schaubilder, z.B. drei Kästchen und zwei Pfeile, erlangen keinen Schutz. Es muss also schon ein gewisser Mindeststandard erreicht werden und viele Aussagen, Grafiken und Ähnliches erreichen diesen gar nicht.
Wird aber der urheberrechtliche Schutz doch erreicht, trifft das Gesetz eine klare Aussage: Ohne Zustimmung darf man das Werk nicht verwerten. Zustimmungsberechtigt ist dabei in der Regel nicht einmal mehr der Autor, sondern der Verlag, der ausschließliche Nutzungsrechte erworben hat. Dieser lässt sich eine Rechteeinräumung fürstlich entlohnen: für eine Gruppe von 20 Studierenden können das schon mehrere hundert Euro sein, für eine Vorlesung mit 300 Personen liegt man schnell bei tausenden von Euro.
Die Untragbarkeit dieses Ergebnisses hat auch der Gesetzgeber erkannt und deshalb eine Reihe von Ausnahmen geschaffen. Die wichtigste ist das Recht auf „öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“ (§ 52a UrhG). Damit ist gemeint, dass die Dateien online auf einer durch Anmeldung gesicherten Seite oder im Intranet ausschließlich für die aktiven Kursteilnehmer zum Ansehen oder Herunterladen bereitgestellt werden. Unzulässig wäre es, den Studierenden Kopien auf Papier an die Hand zu geben oder ihnen die Texte per Email zuzusenden. Geschützt ist also nur das Anbieten als Downloadquelle. Aber damit nicht genug, die Norm hält eine Reihe weiterer Beschränkungen bereit: Es muss sich um „kleine Teile eines Werkes“, „Werke geringen Umfangs“ oder „einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften“ handeln. Die Nutzung muss „zur Veranschaulichung im Unterricht“ erfolgen und darf nicht der bloßen Belustigung oder dem privatem (Vertiefungs-)Interesse ohne Kursbezug dienen. Vor allem muss das Angebot „geboten“ sein. Diese Merkmale sind außerdem durch die Gerichte auslegungsbedürftig. Zur Klarheit trägt dies nicht bei. Zudem ist diese Nutzung nicht kostenfrei, sondern die Hochschule bzw. das Land muss dafür eine Vergütung an die "Verwertungsgemeinschaft Wort" zahlen. Hierzu ist jede Nutzung nach ihrem Umfang, das heißt wie viele Seiten für viele Studenten, zu melden. Eine Meldeseite gibt es bereits unter https://tom.vgwort.de/intranetanhochschulen/editNewCourseAct. Wird nicht gemeldet, ist die Nutzung per se schon einmal rechtlich bedenklich. Wird gemeldet, aber die Nutzung entsprach nicht den Vorgaben, hat man selbst die Hochschule zum Schadensersatz verpflichtet. Vorrangig ist zudem grundsätzlich die Nutzung von Onlineangeboten der Verlage. Selbst scannen ist daher die Ausnahme.
Insgesamt darf man also leider viel weniger als man gerne möchte. Die jetzige Praxis bewegt sich nicht nur in einer „Grauzone“, sondern ist schlicht illegal, wird aber glücklicherweise nur ausnahmsweise aktiv ermittelt und verfolgt.
Wie verhält es sich mit Bildern und Videos, die als Anschauungsmaterial z.B. auf Handouts und in Vorlesungen verwendet werden?
Einzelne Bilder und Videos genießen auch Urheberrechtsschutz oder sind zumindest durch ein Leistungsschutzrecht erfasst. Hier greift aber in der Regel das Zitatrecht (§ 51 UrhG). Zudem kommt im Einzelfall ein Schutzausschluss wegen Trivialität in Betracht.
Übrigens schützt auch die Nutzung von als Creative Commons lizenzierten Inhalten nicht generell, denn oft fehlt es an der richtigen Quellenangabe auf der Folie…
Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren ihren gesamten Bestand zu digitalisieren. Greift das nicht das Urheberrecht an?
Das Urheberrecht hat nicht nur das Ziel, alles planlos zu verbieten, sondern soll auch den Kulturbestand aufrechterhalten und sogar dessen Ausbau gewährleisten. Aus diesem Grunde gibt es gerade für die Digitalisierung durch Bibliotheken eine eigene Erlaubnisnorm (§ 53 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 UrhG). Danach dürfen digitale „Archive“ aufgebaut werden, wenn das Archiv im öffentlichen Interesse tätig ist und keinen unmittelbaren oder mittelbaren wirtschaftlichen oder Erwerbszweck verfolgt.
Diese Regelung wird ergänzt durch § 52b UrhG, wonach die Bibliothek auch elektronische Leseplätze in ihren Räumen anbieten darf, auf denen die digitalen Werke abgerufen werden können. Ist der Urheberrechtsschutz sogar abgelaufen (70 Jahre nach dem Tod des Autors), darf das Werk weltöffentlich zugänglich gemacht werden. Insoweit wird also bereits jetzt eine Grundlage geschaffen, um zukünftigen Generationen leichten Zugang zu ermöglichen.
Wie unterscheidet sich der digitale Bestand der SLUB von dem umstrittenen Service „Google Books“?
Google Books ist zunächst einmal eher gewerblich tätig, genießt also nicht das Privileg der unentgeltlichen Tätigkeit. Zudem will Google die Bücher weltöffentlich für jeden anbieten, während Digitalisierungsprojekte von Bibliotheken primär den eigenen Nutzern bzw. der Bestandssicherung dienen. Schließlich digitalisiert Google fremde Bücher, also keinen eigenen Bestand. Dies stimmt die Verlage zu Recht kritisch. Wegen der weltweiten Aktivitäten von Google müssen zudem verschiedene Rechtsordnungen berücksichtigt werden, was die Handhabung weiter erschwert. Daher kann Google sich nicht auf die Regelung im deutschen Urheberrecht berufen.
Zur Zeit bietet Google von den meisten Werken nur noch Auszüge an, die im Einvernehmen mit den Verlagen online abrufbar gestellt werden. Dies vermindert den Nutzen naturgemäß enorm. Eine automatisierte Prüfung, ob die Urheberrechte nicht bereits erloschen sind oder sogar nie Urheberrechte entstanden sind, ist technisch kaum möglich.
Gibt es aktuell neue Rechtsprechung in Bezug auf das Urheberrecht, die für Lehrende an der Universität relevant sind?
Eine ganz wichtige Entscheidung ist das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28. November 2013 (Aktenzeichen I ZR 76/12). Darin werden die Voraussetzungen des Bereitstellens von Materialien für Studenten präzisiert.
Jedenfalls bemerkenswert ist ein Urteil des LG Köln vom 5. März 2014 (Aktenzeichen 28 O 232/13), das sich mit der Auslegung der „nicht kommerziellen Nutzung“ nach der Creative Commons Lizenz „CC-BY-NC“ befasst.
Nicht zeitlich, aber thematisch sehr aktuell ist noch immer die Entscheidung des Landgerichts München vom 19. Januar 2005 (Aktenzeichen 21 O 312/05), die sich sehr intensiv mit der Bedeutung der Freiheit der Hochschullehre im Verhältnis zum Urheberrecht auseinandersetzt.
Labels:
E-Teaching.TUD,
Hochschullehre,
Interview,
Recht
Mittwoch, 16. April 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 3: Jens Hoffmann
![]() |
| Jens Hoffmann vom Institut für Fertigungstechnik der Fakultät Maschinenwesen |
Diplomingenieur Jens Hoffmann ist seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Maschinenwesen. An der Professur Formgebende Fertigungsverfahren des Instituts für Fertigungstechnik ist er in der Arbeitsgruppe Produktionsautomatisierung, Zerspan- und Abtragtechnik tätig.
Welche E-Teaching-Verfahren haben Sie bisher in Ihrer Lehre eingesetzt?
Wir nutzen vor allem OPAL Kurse. Zum einen arbeiten wir mit steuerbaren 3D-Modellen zur Maschinensimulation von NC-Steuerungen. Daran können die Studierenden der Vertiefungsfachrichtungen im Hauptstudium sehen, wie NC-Maschinen aufgebaut und gesteuert werden. Auch für Studierende der Lehrveranstaltung Fertigungstechnik I im Grundstudium Maschinenbau bieten wir Modelle an, die virtuell den Zerspanprozess darstellen und wichtige Begriffe und Bezeichnungen z.B. der Winkel und Ebenen verdeutlichen. Diese Materialien stehen auf OPAL ergänzend und zum vertiefenden Selbststudium neben der Vorlesung zur Verfügung, da die Lehrenden die Zusammenhänge dort nur vorführen können. Die Studierenden bekommen durch die Modelle die Möglichkeit, Funktionsweisen auszutesten und beispielsweise grundlegende Begriffe zu wiederholen. Außerdem nutzen wir die Einschreibefunktion von OPAL, um im dritten Semester Übungen und Praktika zu organisieren und Gruppen zu bilden. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 600 Studierenden lief das früher immer sehr chaotisch ab. Nun haben wir auch den Vorteil, dass wir alle auf einmal kontaktieren können, wenn sich z.B. Termine ändern oder wichtige Informationen mitzuteilen sind. Da für diese Übungen und Praktika am Ende eine Modulnote erforderlich ist, haben wir für das Wintersemester 2013/14 erstmalig einen Online-Test aufgebaut. Die Studierenden müssen hier durch Single-Choice-, Multiple-Choice-und Lückentextverfahren zehn Fragen je Teilgebiet aus einem Fragenpool innerhalb einer bestimmten Zeit beantworten. So halten wir den Aufwand für uns relativ gering, da wir keine 600 Fragebögen mehr korrigieren müssen.
Warum haben Sie sich für das Erstellen visueller Modelle entschieden?
Sie erlauben einfach Interaktionen, die auf Papier nicht möglich sind. Die Studierenden können zu Hause am PC die virtuelle Maschine ausprobieren und z.B. die Ansichten ändern oder verschiedene Einstellungen vornehmen und testen. Uns ist diese Interaktion sehr wichtig, darum nutzen wir neue digitale Möglichkeiten. Außerdem können wir damit die Belastung der Kollegen in der Lehre verringern.
Wie war die Resonanz zu Ihren E-Learning-Methoden bei den Studierenden bisher?
Diejenigen, die das OPAL-Angebot annehmen, sind eigentlich ganz angetan davon. Es ist eben immer schwierig, die Studierenden dazu zu motivieren, Zusatzinformationen auf OPAL zu nutzen, da sie nicht verpflichtend sind. Zu den E-Klausuren haben wir allerdings noch kein Feedback von den Studierenden, da sie jetzt zum ersten Mal laufen.
Wie groß war der anfängliche Arbeitsaufwand, um die 3D-Modelle und E-Klausuren zu erstellen?
Das Erstellen der Kursbestandteile ist zum großen Teil durch den Multimediafonds der TU unterstützt worden. Hier haben überwiegend Studierende unter Betreuung der Mitarbeiter je ein halbes oder ganzes Jahr mit Hilfe spezieller Software die virtuellen Modelle angefertigt. Das ist natürlich der größte Aufwand gewesen. Der Umgang mit OPAL hingegen ist mehr eine Handwerkssache, bei der das Einarbeiten umso länger dauert, wenn man nicht tagtäglich damit arbeitet.
Wollen Sie Ihren E-Teaching-Angebot in Zukunft ausbauen?
Es gibt zwar einige Ideen, aber konkret liegen noch keine Pläne vor. Bei der E-Klausur muss aber z.B. noch einiges überarbeitet und der Fragenpool erweitert werden. Aufgrund der Umstellphase auf die neue Modulstruktur und der aktuellen Personalsituation arbeiten wir im Moment wenig strategisch, sondern sind mehr auf die anstehenden Anforderungen des jeweils kommenden Semesters fokussiert.
Welche Schwierigkeiten hindern Sie besonders daran, mehr E-Learning-Methoden in Ihre Lehre zu integrieren?
Ich muss natürlich zuerst einmal jemanden haben, der eine Idee hat und der sich dann auch um die Umsetzung kümmert. Wir sind, wie gesagt, aufgrund der strukturellen Änderungen der Lehre einfach noch in der Ideenphase und zum Teil ist es auch so, dass sicherlich nicht jeder Inhalt aus den Vorlesungen unbedingt ins E-Learning umgewandelt werden muss.
Denken Sie, dass eine gezielte Weiterbildung wie im Rahmen des E-Teaching.TUD Projektes helfen könnte, diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken?
Ich denke schon, denn der Nachteil in unserer Lehre ist, dass alle bei uns Beteiligten kaum eine pädagogische Ausbildung haben. Das kann man sich sicherlich gut in einer solchen Weiterbildung aneignen. Die zweite Sache ist, dass E-Teaching auch Handwerkszeug erfordert, das man beherrschen muss. Es wird zwar im Maschinenbau viel mit Rechnern gemacht, aber das qualifiziert noch nicht zum E-Teaching.
Vielen Dank für das Gespräch.
Labels:
E-Assessment,
E-Teaching,
Hochschullehre,
Interview,
Lehr-/Lernorganisation,
OPAL,
Praxis,
TU Dresden
Mittwoch, 5. März 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden - Interviewserie - Teil 2: Prof. Dr. Kühn
![]() |
| Prof. Dr. Thomas Kühn vom Institut für Anglistik |
Bereits 20 Jahre Hochschul-Lehrerfahrung sind es, auf die Thomas Kühn als Professor an der Fakultät Sprach-, Literatur-und Kulturwissenschaften und Inhaber der Professur für Kulturstudien Großbritanniens am Institut für Anglistik zurückblicken kann. Seit geraumer Zeit gehört dazu auch die Integration von E-Learning-Verfahren und Neuen Medien. In einem Interview mit dem Medienzentrum berichtet Thomas Kühn vor allem von seinen Erfahrungen mit der Lernplattform OPAL.
Kühn nutzt OPAL zum Blended Learning im Einführungskurs der Kulturstudien Großbritanniens und stellt dafür neben einer ausführlichen Materialsammlung auch Selbsttests und Lehrfilme in Ergänzung zur Präsenzlehre zur Verfügung. OPAL dient damit, so Kühn, als ein „Fundus an Zentralbegriffen“, die in der Vorlesung eine Rolle spielen und auch für Studierende höherer Semester beispielsweise während der Examensphasen stets zugänglich sein sollen. Da der technische Aufwand der Seitenpflege relativ gering ist, delegiert er die Arbeit mit OPAL hauptsächlich an studentische Mitarbeiter, die immer wieder aktuelle Materialien hochladen und so die Seite kontinuierlich ergänzen.
Auf die Frage nach Zielen und Erwartungen bei der Arbeit mit Neuen Medien antwortet Kühn:
Ich wollte testen, ob in Ergänzung zur Präsenzlehre OPAL von den Studierenden akzeptiert und profitabel verwendet wird. Profitabel bedeutet in diesem Zusammenhang Verbesserung der Ergebnisse, Verringerung der Durchfallquote und Erhöhung des Notendurchschnitts bei gleichbleibender Anforderung an die Abschlussklausur und ohne den Präsenzkurs zusätzlich zu belasten.
Leider blieb die Resonanz laut einer eigens durchgeführten Umfrage bei den Teilnehmenden des Einführungskurses bisher relativ schlecht. Kühn sieht die Gründe dafür voranging in der zunehmenden Beschränkung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit der Studierenden, aber auch in der verhältnismäßig geringen Bereitschaft vieler Studierender, über den im Präsenzkurs zu bearbeitenden Stoff hinaus auf die Hilfe von Zusatzmaterialien zurückzugreifen.
Auch wenn der Arbeitsaufwand für die Erstellung der OPAL Seite groß war und sechs Monate lang die Unterstützung je einer SHK- und WHK-Kraft erforderlich machte, will Kühn sein E-Learning-Angebot in Zukunft weiter ausbauen:
Ich möchte OPAL gerne als Ausgangspunkt für weitere Projekte nutzen, die Studierende selbst gestalten, indem sie in den Seminaren bestimmte Themenprojekte eben nicht mehr in Form von Hausarbeiten bearbeiten, sondern z.B. Websites gestalten, die dann mit OPAL verlinkt werden.
Zwar ist die konkrete technische Umsetzung und Einbettung der verschiedenen Projektumsetzungen in OPAL ist noch nicht ganz klar, erste Projekte dazu liefen jedoch schon im Wintersemester 2013/14 an.
Beim Thema Schwierigkeiten beim Einsatz von E-Learning-Verfahren wird Kühn nachdenklich. Für ihn ist es vor allem die Frage nach der Motivation der Studierenden, OPAL intensiver zu nutzen, die ihn beschäftigt. Aber auch die Evaluation von studentischen Medienarbeiten wie Webseiten und Blogs stellt ein Problem dar, wie er erklärt:
Was entspricht einer Hausarbeit? Wie werden die akademischen Standards gewahrt? Was ist der Eigenanteil und was ist Fremdanteil? All dies kann nur in engem Dialog mit den Studierenden und mit Kollegen, die in diesem Feld tätig sind, beantwortet werden.
Letztendlich sind es Qualifikationsmaßnahmen wie das Angebot „E-Teaching.TUD“ des Medienzentrums, das ab 14. März startet, die bei der Lösung solch spezieller Probleme helfen sollen. Prof. Kühn findet dies eine sinnvolle Sache, gibt jedoch auch Folgendes zu bedenken:
Viele Lehrende, mich selbst eingeschlossen, sind zwar an Weiterbildung im E-Teaching sehr interessiert, zugleich sind sie aber in so vielfältigen Kontexten eingespannt, dass sie praktisch nur selten Angebote tatsächlich wahrnehmen. Die potentielle Klientel sind meistens wissenschaftliche Mitarbeiter und junge Akademiker, die in Sachen Lehre Dinge ausprobieren können, zugleich oft medienaffin sind und auch sehr spezielle Fragen haben. Und das ist die Hauptklientel, auf die man abzielen sollte.
Eine Anmeldung zum Qualifizierungsangebot ist nach wie vor per E-Mail an eteaching@tu-dresden.de mit Angabe von Namen, Hochschule, Fakultät, Lehrstuhl und Kontaktdaten möglich. Weitere Informationen gibt es unter folgendem Link: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/zentrale_einrichtungen/mz/weiterbildungen_schulungen/e_teaching_zertifikat.
Labels:
Blended Learning,
E-Teaching,
Hochschullehre,
Interview,
OPAL,
Praxis,
TU Dresden
Sonntag, 16. Februar 2014
Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden - Interviewserie - Teil 1: Prof. Dr. Schoop
-

Prof. Dr. Eric Schoop und Corinna Jödicke von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften - Prof. Dr. Eric Schoop hat den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik insbesondere Informationsmanagement seit 1993 inne und wird seit 2010 von Dipl.-Hdl. Corinna Jödicke beim Ausbau und der Verbesserung von E-Learning- und E-Teaching-Arrangements unterstützt.
- Welche E-Teaching-Verfahren oder neuen Medien haben Sie bisher in Ihrer Lehre benutzt?
Prof. Schoop:
Zur Unterstützung der Präsenzlehre nutze ich OPAL, das ist das Standardinstrumentarium. Dort lege ich besonderen Wert auf Foren und Wikis für studentische Arbeiten zur Veranstaltungsbegleitung. Außerdem zeichnen wir Vorlesungen auf, seit wir 2006 auf Bachelor und Master umgestellt haben. Die positiven Erfahrungen dieses digitalen Mitschneidens haben wir dann über die Jahre weiter verwendet, sodass mittlerweile alle meine Routinevorlesungen aufgezeichnet im Internet stehen. Die dritte Komponente, die wir nutzen, ist eAssessment. Wir verwenden OPAL Onyx für eKlausuren und zwar sowohl im Multiple Choice Format als auch im Freitextformat. Last but not least haben wir seit 2001 unsere virtuellen Projekte, die wir als Virtual Collaborative Learning (VCL) bezeichnen. Dabei führen wir Studierende auf einer bereitgestellten Lernplattform zusammen und teilen sie in kleine Lerngruppen ein. Die Gruppen sind immer standortübergreifend gemischt, also beispielsweise zwei Studenten von uns mit zwei aus der Türkei und zwei aus Leipzig. Sie bilden dann ein internationales Team, kennen sich nicht und lernen sich in der Regel auch nicht kennen, bearbeiten aber einen gemeinsamen wirtschaftswissenschaftlichen Case, also eine Fallstudie. Die Plattform stellt dabei verschiedene Web 2.0-Werkzeuge zur Unterstützung der Interaktion und Koordination zwischen den Lernenden bereit. Wir setzen dieses Artefakt immer wieder überarbeitet und mit immer wieder neuen Lernzielen versehen jedes Semester in der Lehre ein. Vorab stellen wir über die eLectures bestimmte grundlegende Fachinhalte zum Selbststudium bereit, dann werden die Gruppen eingeteilt, bekommen ihre entsprechenden Arbeitsaufträge, organisieren sich im Team selbst in verschiedenen vorgegebenen Rollen und arbeiten über vier bis sechs Wochen die Fallstudie durch. Dabei werden sie von speziell von Frau Jödicke ausgebildeten eTutoren begleitet. In der eTutoren-Ausbildung wiederum setzen wir auch auf ein Blended-Learning-Arrangement bestehend aus Lernphasen im Virtuellen Klassenraum, Präsenzvortrag und Workshop. Zum praktischen Erfahren der virtual-classroom-Situation sollen die angehenden eTutoren selber Aufgaben in dieser Umgebung lösen.
Welche Ziele und Erwartungen hatten Sie beim Einsatz der E-Teaching-Methoden im Auge und welche Vorteile bieten sie Ihnen?
Prof. Schoop:
Die Hauptmotivation ist eigentlich, unsere Absolventen, die Wirtschaftswissenschaftler sind, auf das spätere berufliche Umfeld so vorzubereiten, wie sie dort arbeiten werden, nämlich in Projektgruppen mit oft wechselnden Teams, die immer häufiger global aufgestellt sind. Und auch dort hat man die Situation, dass man nicht jeden im Team kennt oder kennenlernt und deswegen stand am Anfang schon im Vordergrund, dass die Studierenden Medienkompetenz, Kommunikations- und Kollaborationsskills erwerben. Wir nehmen auch nicht irgendwelche Fallstudien in den VCLs, sondern arbeiten diese sehr sorgsam didaktisch in Hinblick auf die Nutzung mit den Onlinewerkzeugen auf. Beim Arbeiten mit den Fallstudien soll die Fachkompetenz, die man vorher in der normalen Vorlesung oder eLecture erworben hat, gemeinsam geübt werden. Das Bereitstellen von komplexen Fallstudien im VCL trainiert einfach noch einmal eine ganz andere Kompetenz als es die klassische Übung im Seminar ermöglicht.
Corinna Jödicke:
In unserem Verständnis umfasst der virtual classroom sowohl synchrones als auch asynchrones Arbeiten. Das bietet den Vorteil, dass die Lernenden nicht immer zeitgleich am Fall arbeiten müssen, sondern über eine zentrale Lernplattform wie OPAL im Forum oder Wiki zusammen arbeiten können und, ohne sich treffen zu müssen, Skype oder einen integrierten Chat nutzen. Man ist damit sehr zeitunabhängig, was vor allem dann wichtig ist, wenn sich die Lerner in unterschiedlichen Zeitzonen befinden. Der Kick-off erfolgt zwar in einer synchronen Session, aber auch die machen wir mit Adobe Connect, also einer Videokonferenz, die wir Dozenten organisieren.
Prof. Schoop:
Auch das kommt natürlich bei den VCLs noch dazu: intercultural awareness und Sprachkompetenz. Die Studierenden können ihre Fremdsprachenkenntnisse endlich einmal üben.
Corinna Jödicke:
Es geht auch darum, die Selbstorganisationsfähigkeit der Gruppen zu fördern. Sie müssen selber lernen, zu Laufen und sich zu strukturieren. Das ist schon etwas anderes als das Konsumieren in einer klassischen Vorlesung. Sie haben so eine sehr aktive Rolle, was dem modernen Lehr-Lern-Verständnis entspricht.
Prof. Schoop:
Vorteil bei der digitalen Aufzeichnung von Vorlesungen ist bei den Studierenden zum Beispiel auch die Entkopplung der Präsenzpflicht. Außerdem können sie bei der Vorbereitung auf die Prüfungen Dinge mehrmals hören und sie sich vielleicht aufgrund einer nonverbalen Besonderheit leichter merken. Besonders für Nicht-Muttersprachler ist es auch ein Vorteil, wenn man etwas nicht verstanden hat, eine Vorlesung zwei oder dreimal anhören zu können. Darüber hinaus schaffen wir uns dadurch, dass der Basisstoff digital vorliegt, im Masterstudium einen Freiraum. Diesen nutzen wir dann für Seminare, bei denen die Studierenden in Gruppen Fallstudien zu dem digitalen Hintergrundstoff bekommen und ich als Moderator der Seminarvorträge anstelle des Vorlesenden des Stoffes fungiere. Die Motivation ist hier also nicht die Rationalisierung, sondern die intelligente Nutzung von Zeit.
Auch die eKlausuren kommen gut an und bringen einen guten Lernerfolg. Außerdem ist die Korrekturzeit ist für mich deutlich geringer als bei einer normalen Klausur.
Wie ist also die Resonanz insgesamt in Bezug auf Ihre E-Teaching-Methoden bei den Studierenden?
Corinna Jödicke:
Gerade bei den VCL-Projekten ist die Rückmeldung häufig, dass es anstrengend ist, da eine sehr intensive Zusammenarbeit in einem kompakten Zeitraum von vier bis sechs Wochen stattfindet. Wenn es dann etwas „gesackt“ ist, sind die Wahrnehmungen in der Regel recht positiv. Nicht umsonst gibt es Studierende, die immer wieder zu uns kommen und mitunter die dritte oder vierte VCL machen. Unterm Strich ist es gut und wirklich etwas ganz anderes, was man selten an anderen Lehrstühlen und der Uni erlebt.
Prof. Schoop:
Wer natürlich den geringsten Widerstand im Studium sucht, geht lieber für seine drei Leistungspunkte regelmäßig in eine Vorlesung und schreibt eine 90-Minuten-Klausur am Ende. Bei den VCLs gibt es auch nur drei Leistungspunkte, aber ganz andere Anforderungen. Das liegt nicht jedem.
Wie schätzen Sie den Arbeitsaufwand beim Umsetzen von E-Teaching-Methoden ein?
Prof. Schoop:
Es gibt zwei Punkte: Das eine ist der hohe operative Aufwand bei der Durchführung und das zweite ist, sich überhaupt erst einmal da heran zu trauen. Man muss erst einmal ein enormes Erfahrungswissen haben. Beispielsweise muss die simple Vorlesung über eine Videokonferenzanlage oder die Aufzeichnung einer Lehrveranstaltung mit der Kamera anders vorbereitet werden als eine klassische Vorlesung. Auch bei den Prüfungen ist der Rüstaufwand bei einer einmal erstellten Multiple-Choice-Klausur geringer, als wenn sie als eAssessment mit OPAL Onyx erstellt wird. Man muss die Korrekturen online eingeben, was auch aufwendiger ist, als einen ausgedruckten Stapel Klausuren zu korrigieren.
Corinna Jödicke:
Das ist richtig. Es ist natürlich nicht nur für die Lernenden, sondern auch für die Dozenten mehr Aufwand im Vergleich zur klassischen Präsenzlehre. Das Bewertungsinstrumentarium um die VCL herum ist zum Beispiel sehr komplex, denn wir müssen die verschiedenen Zielstellungen, die wir haben, am Ende ja auch evaluieren.
Prof. Schoop:
Allein schon die Vorbereitung des Arrangements ist sehr aufwendig. Kollegen an anderen Hochschulen, die das VCL-Projekt mit ihren Studienordnungen abstimmen müssen, und ein gemeinsames Zeitfenster zu finden ist schon schwierig, denn östlich von Dresden ist das Semester Anfang Juni beendet, während es bei uns dann erst richtig in die Leistungskurve geht. Es ist also ein hoher Aufwand in der Vorbereitung, in der technischen Bereitstellung der Arrangements und in der Vorqualifikation der Lernprozessbegleitung.
Würden Sie das Verwenden von E-Teaching-Verfahren und neuen Medien in der Lehre trotzdem als sinnvoll einschätzen?
Prof. Schoop:
Man muss immer schauen, mit welchem Aufwand man welche Mehrwerte erreicht. Das fällt uns relativ leicht, weil ich mir seit 15 Jahren das Thema Lehre und Lehr-Lern-Arrangements als Forschungsgegenstand gewählt habe. Dadurch nehmen wir den Aufwand in Kauf. Ich würde niemandem raten, sofort mit einem VCL-Projekt einzusteigen. Man sollte damit beginnen, beispielsweise die klassische Hausarbeit abzusetzen, indem man die Studierenden bis Ende des Semesters ein Wiki ausarbeiten und im Rahmen einer Abschlusskonferenz präsentieren lässt. Das ist relativ simpel machbar und mit den gegebenen Ressourcen, die ja auch immer enger werden, vielleicht ein erster Schritt, sich ans E-Teaching heran zu trauen.
Denken Sie, dass eine gezielte Weiterbildung wie beispielsweise im Rahmen des Qualifizierungsangebotes E-Teaching.TUD helfen könnte, die Vorteile neuer Medien für die Lehre zu nutzen und Vorbehalte und Unsicherheiten abzubauen?
Prof. Schoop:
Sicherlich. Denn dadurch kann man sehen, wie es geht und wie relativ simpel es ist. Wenn man sich erst einmal heran getraut hat und es vorgefertigte Templates für die Arbeit gibt, dann denke ich schon, dass das hilft. Es hat aber sicherlich auch etwas mit Ressourcen zu tun. Es könnte bestimmt eine zusätzliche extrinsische Motivation sein, wenn man wie wir noch Ressourcen im Sinne von Mitarbeitern hat oder für eine Umstellungsphase bis man Routine im E-Teaching gewonnen hat, befristet zusätzliche Lehrressourcen bereit gestellt bekommt. Quasi als bedingte Bereitstellung von Mitarbeitern, wenn man mit denen intensiv ins E-Learning einsteigt. Das wäre vielleicht auch ein Katalysator, um die Akzeptanz, das tatsächliche Umsetzen und die Nachhaltigkeit in einer Größenordnung zu bewegen.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
Labels:
E-Assessment,
E-Learning,
E-Teaching,
Hochschullehre,
Interview,
OPAL,
Praxis,
TU Dresden
Abonnieren
Posts (Atom)







