ellog - Das E-Learning-Logbuch

Herzlich willkommen auf dem E-Learning-Logbuch des Medienzentrums der TU Dresden!

Wir informieren an dieser Stelle aktuell über die E-Learning-Angebote und -Services des Medienzentrums, das als zentrale Einrichtung der TU Dresden den Einsatz von E-Learning unterstützt und begleitet. Unser Angebot richtet sich vorrangig an alle E-Learning-Akteure der TU Dresden, aber auch an alle EL-Partner an Universitäten, Hochschulen sowie externen Einrichtungen, wie der Bildungsportal Sachsen GmbH.

Mittwoch, 16. April 2014

Erfahrungen mit E-Teaching an der TU Dresden – Interviewserie – Teil 3: Jens Hoffmann

Jens Hoffmann vom Institut für Fertigungstechnik der Fakultät Maschinenwesen

Diplomingenieur Jens Hoffmann ist seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Maschinenwesen. An der Professur Formgebende Fertigungsverfahren des Instituts für Fertigungstechnik ist er in der Arbeitsgruppe Produktionsautomatisierung, Zerspan- und Abtragtechnik tätig.

Welche E-Teaching-Verfahren haben Sie bisher in Ihrer Lehre eingesetzt?

Wir nutzen vor allem OPAL Kurse. Zum einen arbeiten wir mit steuerbaren 3D-Modellen zur Maschinensimulation von NC-Steuerungen. Daran können die Studierenden der Vertiefungsfachrichtungen im Hauptstudium sehen, wie NC-Maschinen aufgebaut und gesteuert werden. Auch für Studierende der Lehrveranstaltung Fertigungstechnik I im Grundstudium Maschinenbau bieten wir Modelle an, die virtuell den Zerspanprozess darstellen und wichtige Begriffe und Bezeichnungen z.B. der Winkel und Ebenen verdeutlichen. Diese Materialien stehen auf OPAL ergänzend und zum vertiefenden Selbststudium neben der Vorlesung zur Verfügung, da die Lehrenden die Zusammenhänge dort nur vorführen können. Die Studierenden bekommen durch die Modelle die Möglichkeit, Funktionsweisen auszutesten und beispielsweise grundlegende Begriffe zu wiederholen. Außerdem nutzen wir die Einschreibefunktion von OPAL, um im dritten Semester Übungen und Praktika zu organisieren und Gruppen zu bilden. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 600 Studierenden lief das früher immer sehr chaotisch ab. Nun haben wir auch den Vorteil, dass wir alle auf einmal kontaktieren können, wenn sich z.B. Termine ändern oder wichtige Informationen mitzuteilen sind. Da für diese Übungen und  Praktika am Ende eine Modulnote erforderlich ist, haben wir für das Wintersemester 2013/14 erstmalig einen Online-Test aufgebaut. Die Studierenden müssen hier durch Single-Choice-, Multiple-Choice-und Lückentextverfahren zehn Fragen je Teilgebiet aus einem Fragenpool innerhalb einer bestimmten Zeit beantworten. So halten wir den Aufwand für uns relativ gering, da wir keine 600 Fragebögen mehr korrigieren müssen.

Warum haben Sie sich für das Erstellen visueller Modelle entschieden?

Sie erlauben einfach Interaktionen, die auf Papier nicht möglich sind. Die Studierenden können zu Hause am PC die virtuelle Maschine ausprobieren und z.B. die Ansichten ändern oder verschiedene Einstellungen vornehmen und testen. Uns ist diese Interaktion sehr wichtig, darum nutzen wir neue digitale Möglichkeiten. Außerdem können wir damit die Belastung der Kollegen in der Lehre verringern.

Wie war die Resonanz zu Ihren E-Learning-Methoden bei den Studierenden bisher?

Diejenigen, die das OPAL-Angebot annehmen, sind eigentlich ganz angetan davon. Es ist eben immer schwierig, die Studierenden dazu zu motivieren, Zusatzinformationen auf OPAL zu nutzen, da sie nicht verpflichtend sind. Zu den E-Klausuren haben wir allerdings noch kein Feedback von den Studierenden, da sie jetzt zum ersten Mal laufen.

Wie groß war der anfängliche Arbeitsaufwand, um die 3D-Modelle und E-Klausuren zu erstellen?

Das Erstellen der Kursbestandteile ist zum großen Teil durch den Multimediafonds der TU unterstützt worden. Hier haben überwiegend Studierende unter Betreuung der Mitarbeiter je ein halbes oder ganzes Jahr mit Hilfe spezieller Software die virtuellen Modelle angefertigt. Das ist natürlich der größte Aufwand gewesen. Der Umgang mit OPAL hingegen ist mehr eine Handwerkssache, bei der das Einarbeiten umso länger dauert, wenn man nicht tagtäglich damit arbeitet.

Wollen Sie Ihren E-Teaching-Angebot in Zukunft ausbauen?

Es gibt zwar einige Ideen, aber konkret liegen noch keine Pläne vor. Bei der E-Klausur muss aber z.B. noch einiges überarbeitet und der Fragenpool erweitert werden. Aufgrund der Umstellphase auf die neue Modulstruktur und der aktuellen Personalsituation arbeiten wir im Moment wenig strategisch, sondern sind mehr auf die anstehenden Anforderungen des jeweils kommenden Semesters fokussiert.

Welche Schwierigkeiten hindern Sie besonders daran, mehr E-Learning-Methoden in Ihre Lehre zu integrieren?

Ich muss natürlich zuerst einmal jemanden haben, der eine Idee hat und der sich dann auch um die Umsetzung kümmert. Wir sind, wie gesagt, aufgrund der strukturellen Änderungen der Lehre einfach noch in der Ideenphase und zum Teil ist es auch so, dass sicherlich nicht jeder Inhalt aus den Vorlesungen unbedingt ins E-Learning umgewandelt werden muss.

Denken Sie, dass eine gezielte Weiterbildung wie im Rahmen des E-Teaching.TUD Projektes helfen könnte, diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken?

Ich denke schon, denn der Nachteil in unserer Lehre ist, dass alle bei uns Beteiligten kaum eine pädagogische Ausbildung haben. Das kann man sich sicherlich gut in einer solchen Weiterbildung aneignen. Die zweite Sache ist, dass E-Teaching auch Handwerkszeug erfordert, das man beherrschen muss. Es wird zwar im Maschinenbau viel mit Rechnern gemacht, aber das qualifiziert noch nicht zum E-Teaching.

Vielen Dank für das Gespräch.