ellog - Das E-Learning-Logbuch

Herzlich willkommen auf dem E-Learning-Logbuch des Medienzentrums der TU Dresden!

Wir informieren an dieser Stelle aktuell über die E-Learning-Angebote und -Services des Medienzentrums, das als zentrale Einrichtung der TU Dresden den Einsatz von E-Learning unterstützt und begleitet. Unser Angebot richtet sich vorrangig an alle E-Learning-Akteure der TU Dresden, aber auch an alle EL-Partner an Universitäten, Hochschulen sowie externen Einrichtungen, wie der Bildungsportal Sachsen GmbH.

Freitag, 28. März 2014

Trends der Digitalisierung der Lehre

Welche Trends zeichnen sich in der Hochschullehre in Hinblick auf digitale Medien ab?

Neben dem Inverted Classroom-Modell, Videoscribes und - ganz neu - POOCs sind Videos zur Vorbereitung der Vorlesung das Mittel der Wahl! Diesen Themen widmen sich zum einen das aktuelle Modul "Lehr-/Lernorganisation" im Qualifizierungsangebot von E-Teaching und zum anderen die Tagung "Inverted Classroom Konferenz", die Ende Februar zum 3. Mal in Marburg an der Philosophischen Fakultät der Philipps-Universität stattfand.

Im Rahmen des Vortrages von Ralph Müller-Eiselt von der Bertelsmannstiftung wurde auf die Potentiale von MOOCs hingewiesen, die die Internationalsierung der Lehre und das Erschließen neuer Studierendengruppen ermöglichen. Trotz "Massifizierung" erlaubt die Digitalisierung von Lehrangeboten eine Personalisierung des Lernprozesses. POOCs - Personalized open online courses - adressieren nach Einschätzung des Referenten die Herausforderung, dass Hochschulbildung mittlerweile zum Regelfall wird und damit ein hohe Teilnehmerzahl zu "bedienen" ist. Ähnlich wie Musik im Internet personalisiert im Rahmen von Playlists über Spotify zusammengestellt werden kann oder Lebensmittel über myMuesli.de individuell bestellt werden können, soll Bildung über die Auswahl spezifischer Online-Kurse auf einschlägigen Plattformen (wie bspw. iversity) nach eigenen Wünschen abrufbar sein. Darüber hinaus stellte der Referent noch weitere Video-Plattformen und andere Anbieter von Lehrinhalten vor:

  • Noodle: ein Suchportal mit 400.000 Lerninhalten (von Einzelvideos bis zum kompletten Studium)

  • 2U: Online-Studiengänge für Kleingruppen (kleine synchrone Online-Kurse für max. 12 Teilnehmer)

  • MIT MooDMeter: eine Gesichtserkennungssoftware erfasst die Stimmung von Studierenden in ausgewählten Orten er Universität (Fakultät, Labore etc.) zu unterschiedlichen Zeitpunkten und gibt den Lehrenden und der Universitätsleitung eine Möglichkeit zur Einschätzung der positiven Stimmung am Campus

  • Enstitute: alternative Ausbildungsmöglichkeit bei gleichzeitiger Vollzeitarbeit in einem Partnerbetrieb. Online findet das eigentliche Lernen statt - im Austausch mit Tutoren und Peers.

  • degreed: ein Portal, das Aktivitäten formellen und informellen Lernens sammelt und validiert. Es werden Lernaktivitäten zu Scores zusammengefasst. Das System schlägt anhand des Lernlevels berufliche Anschlussmöglichkeiten vor.

Prof. Dr. Jürgen Handke von der Philipps-Universität Marburg stellte in seinem Workshop "Videoproduktion leicht gemacht mit Snagit" auf der Tagung "Inverted Classroom Konferenz" in Marburg heraus, dass das Zeitalter der Lernmanagementsysteme wie bspw. moodle oder Ilias vorbei sei. Niemand möchte mehr ein Passwort eingeben müssen. "Es muss einfach und schnell sein." Mithilfe von Screenrecording-Software produziert Prof. Handke Videos, die seine Vorlesungen vorbereiten, auf einfache und schnelle Art selbst. Videoscribes werden ebenso auf einfache Art und Weise mittels einer Screenrecording-Software erstellt, indem Zeichnungen und schriftliche Erklärungen mithilfe eines Zeichenprogramms (bspw. Paint oder Windows Journal) erstellt werden und der Curser durch ein Foto der eigenen Hand, die einen Stift hält, ersetzt wird - wodurch der Effekt entsteht, dass die Zeichnung und Erklärungen selbst geschrieben wurden statt mit einem Computerprogramm.

Zu guter Letzt muss ich auf den E-Learning Experten Athanasios Vassiliou vom Center für Digitale Systeme (CeDiS) und sein Wiki zum Inverted Classroom aufmerksam machen. Dort werden in kurzer, prägnanter Form die wichtigsten Kennzeichen des Inverted Classroom-Modells dargestellt - mit einigen interessanten, weiterführenden Links und Informationen. Unbedingt reinschauen!