ellog - Das E-Learning-Logbuch

Herzlich willkommen auf dem E-Learning-Logbuch des Medienzentrums der TU Dresden!

Wir informieren an dieser Stelle aktuell über die E-Learning-Angebote und -Services des Medienzentrums, das als zentrale Einrichtung der TU Dresden den Einsatz von E-Learning unterstützt und begleitet. Unser Angebot richtet sich vorrangig an alle E-Learning-Akteure der TU Dresden, aber auch an alle EL-Partner an Universitäten, Hochschulen sowie externen Einrichtungen, wie der Bildungsportal Sachsen GmbH.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Was die GeNeMe 13 für Trends im E-Learning ausmacht



GeNeMe steht für Gemeinschaften in Neuen Medien und widmet sich diesem Thema aus interdisziplinärer sowie wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektive. Schon zum 16. Mal fand die Tagung diese Woche in Dresden statt und hat sich nicht nur innerhalb des Rahmenthemas "Community Didactics" Aspekten des E-Learnings im Kontext von Kooperation/Kollaboration gewidmet.

Bezogen auf den Medieneinsatz in der Lehre ließen sich vor allem zwei Diskussionsstränge identifizieren:

1) Medieneinsatz muss Lernerorientiert erfolgen


Für Studierende ist der Medieneinsatz selbstverständlich und sie verfügen über bestimmte Nutzungsmuster und Anforderungen an digitale Technologien. Der Einsatz und die Entwicklung dieser Technologien sollte sich daher daran orientieren. Diese Forderungen hat Christoph Lattemann gleich zu Beginn in seiner stark diskutierten Keynote ("Neue Technologien  - Neue Anforderungen an die Forschungsmethoden im Bildungswesen") erhoben, sie wurde jedoch auch in den Beiträgen von Henning Klaffke ("Mobile Bildungsmedien für die berufliche Ausbilung lernerorientiert entwickeln") deutlich, der zur Entwicklung seiner Lernanwendung die Methode der User Stories eingesetzt hat. Mit einem anderen Ansatz nähern sich Frank Wortmann, Martina Frießem und Joachim Zilch ("Entwicklung eines Werkzeugs zur onlinebasierten Bestimmung typenspezifischer Lernpräferenzen") diesem Punkt. Sie diskutieren die Chancen, inwiefern E-Learning-Inhalte für unterschiedliche Lerntypen unterschiedlich aufbereitet werden können, stehen jedoch in der Entwicklung eines Werkzeuges zur Diagnose dieser Lerntypen noch am Anfang.

2) Ist kollaboratives und konnektivistisches Lernen geeignet für die Hochschullehre?


Eine eigene Session widmete sich dabei dem Thema Massive Open Online Courses (MOOC). Die beiden Vorträge zu konnektivistischen MOOCs warfen vor allem die Frage auf, inwiefern formale Leistungskriterien die für das konnektivistische Lernen notwendige intrinsichen Motivation negativ beeinflussen. So haben Claudia Bremer und David Weiß ("Massive Open Online Courses: Kategorisierung und Analyse des Teilnehmerverhaltens am Beispiel der OPCOs 2011 und 2012") festgestellt, dass die Anzahl der Beiträge im Vergleich zweier cMOOCs zurückging, als Badges für den Nachweis von Leistungen eingeführt wurden. Auch die Organisatorinnen des SOOC13 (Nina Kahnwald, Anja Lorenz, Daniela Pscheida, Andrea Lißner: "Studierende als Zielgruppe von Open Online Courses: Potenziale und Herausforderungen am Beispiel des SOOC13") mussten mit der Herausforderung umgehen, die Lernleistungen in ihrem cMOOC mit Credit Points zu bewerten und stellten eine mangelnde intrinsische Motivation der Teilnehmenden fest.

Nicolae Nistor ("Virtuelle Praxisgemeinschaften in der Hochschullehre: Das mobil-virtuelle Klassenzimmer") stellt ein Tool vor, wie Studierenden die Orientierung in offenen kollaborativen Lernumgebungen erleichtert werden kann, indem relevante Diskussionen aus dem Netz für die  Zusammenarbeit vorgeschlagen werden. Die virtuelle kollaborative Zusammenarbeit wird im Kontext der Hochschullehre bereits mittels der Methode des Virtual Collaborative Learnings (VCL) realisiert, für die Ronny Freudenreich und Torsten Lorenz ("Kooperative Lehr-/Lernkonzepte -  im Bereich tutoriell begleitete, virtuelle, kollaborative Gruppenarbeit in multinationalen Lernergruppen") ein Konzept vorstellen, dass die Kopplung zweier thematisch verschiedener Lehrveranstaltungen mit mehreren Hochschulpartnern ermöglicht.

Aus der Sicht der Lehrenden kam dabei häufig die Frage auf, wie die Betreuungsleistung in Massenveranstaltungen sichergestellt werden kann, wenn mehr Diskussion und Kollaboration unter den Studierenden ermöglicht wird. Der Aufwand für die Realisierung mediengestützter Lehre ist daher ein wichtiger Faktor der bei der Konzeption und Planung berücksichtigt werden muss. Im Qualifizierungsangebot E-Teaching.TUD werden wir daher auch auf diesen Aspekt eingehen und Möglichkeiten aufzeigen, wie der Medieneinsatz effektiv und effizient erfolgen kann.

Alle Beiträge der GeNeMe '13 können in Kürze über die Homepage der Tagung abgerufen werden.